Delbrücker Stadthalle wird zur „Reeperbahn“

Montag, 22. August 2022

 

Interview mit ALBERS AHOI!'s Tobias Fiedler

Fünf fesche Leichtmatrosen führen mit viel Schwung und mitreißender Musik durch einen bunten Revue-Abend rund um die Klassiker des legendären Hans Albers. Klassiker wie „Nimm mich mit, Kapitän“, „La Paloma“ oder der Dauerbrenner „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“ gibt es am FR, den 09. September 2022 mit viel Schwung und Poesie von ALBERS AHOI! in der Stadthalle Delbrück zu hören. Das Publikum kann sich auf Musik, Theater, Akrobatik und Varieté freuen.

Maria Surholt aus dem Team der Stadthalle Delbrück hatte die Gelegenheit mit dem Kopf der Revue, Tobias Fiedler, ein Interview zu führen.

Maria Surholt: Hans Albers Geburtstag jährt sich am 22. September zum 131. Mal. Er ist bereits 1960 verstorben. Wie erklären Sie sich seine ungebrochene Popularität?

Tobias Fiedler: Unser Gefühl ist, dass seine Bekanntheit zumindest beim jüngeren Publikum allmählich schwindet, aber dass die Lieder, die ihn groß gemacht haben, ihn weiter populär erscheinen lassen.
Nicht jeder weiß heute mehr, wer Hans Albers war aber alle können die Songs wie „Auf der Reeperbahn“, „La Paloma“ oder „Nimm mich mit Kapitän“ mitsingen.

Maria Surholt: Was darf unser Publikum erwarten? Wie werden die jungen Männer die „alten“ Lieder präsentieren?

Tobias Fiedler: Albers Ahoi! entstaubt die „alten“ Lieder und präsentiert sie im neuen Gewand. So wird z.B. „La Paloma“ auf Bierflaschen dargeboten. „Nimm mich mit Kapitän“ schweift mit Balkan Beats ab und in „In meinem Herzen Schatz“ ist sogar ein kleiner handgemachter Technopart zu finden. Auch die Texte, werden ins Hier und Jetzt geholt. So werden Wörter und Anzüglichkeiten etc., die heute nicht mehr genutzt werden sollten, mit Witz und Charme gekonnt verwandelt. Verwandelt wird die Musik auch durch die außergewöhnliche Band-Formation mit Marching Trommel, Tuba, Akkordeon, Klarinette und Trompete. Hierfür sind ganz neu, oft sehr bewegte Arrangements für die Lieder geschrieben worden.

Maria Surholt: Sie treten von Sylt bis Salzburg auf: Wie erklären Sie sich, dass die See und Hamburg so ein Erfolgsgarant sind? Welche Sehnsucht steckt dahinter?

Tobias Fiedler: Die Sehnsucht nach Weite und Ferne trägt jeder in sich, genau wie die nach Heimat, Romantik und Geborgenheit. Unsere Liedtexte spiegeln das in poetischer Form wider.
Und ja, Hamburg ist eine sehr beliebte Stadt und fast jeder, dem wir begegnen, hat einen Bezug zu ihr. Insbesondere der Hafen und das maritime Flair werden oft als Sehnsuchtsort genannt, das spielt uns natürlich in die Karten und so bringen wir das Geschehen im Hafen und das auf der nahegelegenen Reeperbahn direkt ins Theater.

Maria Surholt: Wie entwickeln Sie das Programm und wie lange dauert es, bis alles steht und Sie als Regisseur zufrieden sind?

Tobias Fiedler: Das Varieté-Programm entsteht in erster Linie im Machen. Die Schwierigkeit für uns liegt in erster Linie darin, es an den entsprechenden Ort in kürzester Zeit anzupassen. Meist haben wir nur fünf, sechs Stunden um das Bühnenbild, den Ton, das Licht und die Artistik einzurichten, d.h. wir sind große Improvisationskünstler, was uns auch sehr auszeichnet, da wir vieles mit Humor durch witzige Anekdoten und spontane Einfälle ausgleichen. Das Publikum liebt diese natürliche Darstellung sehr.
Zufrieden bin ich zum Leid der Künstler*innen selten, denn es gibt immer noch ein weiteres Detail, das verbesserungswürdig scheint. Aber wenn am Schluss der ganze Saal „Auf der Reeperbahn“ schunkelt und singt und wir meist stehende Ovationen bekommen, dann bin natürlich auch ich hin und weg und rundum zufrieden.

Albers Ahoi
Albers AHOI!
Albers Ahoi mit Leilani Franco

Maria Surholt: Was ist das Besondere an dem Revue-Programm von „Albers Ahoi!“

Tobias Fiedler:
Wie schon gesagt, ich denke es ist die Natürlichkeit, die Spontanität und der Charme der Band. Natürlich verstehen wir auch unser Handwerk aber besonders ist, dass die Band es im Nu schafft, das Publikum mitzureißen und es auch ins Träumen und Schwelgen bringen kann.
An den meisten Orten, wo wir spielen, ist das Varieté etwas ganz Besonderes, weil in den Theatern nicht so oft Artistik geboten wird. Zusätzlich ist unsere Artistik keine gewöhnliche, meist etwas „freakig“ und sehr humorvoll und gut auf die Musik abgestimmt. Auch das verzückt das Publikum sehr.

Maria Surholt: Was für akrobatische Einlagen dürfen wir erwarten?

Tobias Fiedler:
Wir bringen mit Leilani Franco einen Weltstar mit, die unter anderem in „Britain Gots Talent“ ins Halbfinale gekommen ist. Gelernt hat sie ihre Kontorsion auf der besten Zirkusschule in Montreal. Sie war weltweit mit den unterschiedlichsten Compagnien unterwegs. Bei uns performt sie als eine aus dem Rotlicht-Milieu entflohene Persönlichkeit zu Jaques Brels „Amsterdam.“

Darüber hinaus konnten wir mit dem Artistenpärchen Julia & Lukas, Absolventen der Berliner Zirkusschule engagieren, die mit einer Ringdarbietung auf einer Poledance-Stange, sowie Bouncing-Jonglage und Partnerakrobatik das Publikum durch besondere Beweglichkeit, Kraft und außergewöhnliches Können immer wieder ins Staunen versetzen.

Maria Surholt: Welcher Albers-Song ist Ihr Favorit und bei welchem geht das Publikum besonders mit?

Tobias Fiedler:
Ich komme bei dem Song „Und über uns der Himmel“ immer ins Träumen und hab nicht selten Tränen in den Augen. Am besten geht das Publikum immer bei dem „Reeperbahnsong“ mit aber wir versprechen, dass bei „Rum aus Jamaika“ das Publikum auch von den Sitzen springen wird.

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