Montag, 26. Januar 2026
Jeden Spottvers wert »die daktiker« blicken in grausigen Schul-Alltag Der Titel »40 Jahre Adolphinum – die Analyse« klingt nach übertrieben wörtlich genommenem Namen der Kabaresten-Truppe, also Belehrung. So ist es aber nicht. Die vier »daktiker« liefern stadessen ein Kaleidoskop an Befunden der Quintole aus Schülern, Lehrern, Eltern, Schulverwaltung und Schulministerium, das fast noch betroffener macht, als dass es amüsiert. Letzteres tut es reichlich, stehen da doch Erzkomödianten auf der Bühne und lassen von den notorischen Kevin- Jusns bis zur Ministerin nichts und niemanden ungeschoren. Auch das Lehren und Lernen selbst kommt auf den Seziersch – ob der klassische Pauker, dem Büffeln vor Spaßhaben geht, wirklich so überholt ist, bleibt bei den aktuellen Bildungsergebnissen durchaus eine offenere Frage, als die überragende Besetzung dieser Rolle mit Hans-Peter Königs. Seine persiflierenden Alleingänge überragen die durchweg guten Nummern des Ensembles noch einmal wohltuend. Es könnte sich nicht um Lehrer handeln, wäre nicht auch ein wenig Krik angesagt. Das Thema Inklusion eignet sich wegen der speziellen Betroffenheit nicht zum Verhöhnen. Es stellt sich spontane Beklemmung ein, ob das Quarte die reichlich bereitstehenden Fenäpfchen zu vermeiden vermag. Formal gelang ihm das, aber das ungute Gefühl blieb. Und dann sind da noch die (hübschen, originellen) Lieder: Im Kabare sind Refrains Gegenstand, nicht Zeitvertreib. Sie müssen also textlich durchgeführt werden – bei den üppig verfügbaren ungenutzten Reimwörtern fielen ausgelassene Oponen schon beim Zuhören auf. Dem (einschlägigen?) Publikum – Lehrer steht ja nicht auf der Srn – gefiel es, weil es lusg war, gut gemacht, und vermutlich leider ach so wahr. Wolfgang Benesch
Jeden Spottvers wert
»die daktiker« blicken in grausigen Schul-Alltag
Der Titel »40 Jahre Adolphinum – die Analyse« klingt nach übertrieben wörtlich genommenem
Namen der Kabarettisten-Truppe, also Belehrung. So ist es aber nicht. Die vier »daktiker« liefern
stattdessen ein Kaleidoskop an Befunden der Quintole aus Schülern, Lehrern, Eltern, Schulverwaltung
und Schulministerium, das fast noch betroffener macht, als dass es amüsiert. Letzteres tut es
reichlich, stehen da doch Erzkomödianten auf der Bühne und lassen von den notorischen Kevin-
Justins bis zur Ministerin nichts und niemanden ungeschoren. Auch das Lehren und Lernen selbst
kommt auf den Seziertisch – ob der klassische Pauker, dem Büffeln vor Spaß Haben geht, wirklich so
überholt ist, bleibt bei den aktuellen Bildungsergebnissen durchaus eine offenere Frage, als die
überragende Besetzung dieser Rolle mit Hans-Peter Königs. Seine persiflierenden Alleingänge
überragen die durchweg guten Nummern des Ensembles noch einmal wohltuend.
Es könnte sich nicht um Lehrer handeln, wäre nicht auch ein wenig Kritik angesagt. Das Thema
Inklusion eignet sich wegen der speziellen Betroffenheit nicht zum Verhöhnen. Es stellt sich spontane
Beklemmung ein, ob das Quartett die reichlich bereitstehenden Fettnäpfchen zu vermeiden vermag.
Formal gelang ihm das, aber das ungute Gefühl blieb. Und dann sind da noch die (hübschen,
originellen) Lieder: Im Kabarett sind Refrains Gegenstand, nicht Zeitvertreib. Sie müssen also textlich
durchgeführt werden – bei den üppig verfügbaren ungenutzten Reimwörtern fielen ausgelassene
Optionen schon beim Zuhören auf.
Dem (einschlägigen?) Publikum – Lehrer steht ja nicht auf der Stirn – gefiel es, weil es lustig war, gut
gemacht, und vermutlich leider ach so wahr.
Wolfgang Benesch