„Allererste Sahne“

Montag, 08. Mai 2023

 
„Allererste Sahne“

LaLeLu begeistert die Gäste der Stadthalle am 4. Mai 2023

Mitreißende Musikalität, krachende Komik, verführerische Vielfalt, liebevolle Lyrik – was immer die „a capella comedy LaLeLu“ auf die Bühne der Delbrücker Stadthalle zauberte, holte die Zuhörer von den Sitzen. Und das völlig zu recht. Um von dieser Musik begeistert zu sein, musste man nichts von Sext-None- Akkorden verstehen, da reichten zwei wache Ohren völlig aus. Zusammen mit den vielschichtig intelligenten Texten (in und zwischen den Liedern) wurde aus dem musikalischen Trommelfeuer ein unterhaltsamer Abend, der in Delbrück Gesprächsthema bleiben wird.

Sie sind „nur“ zu viert – andere brauchen für Vergleichbares fünf, sechs Sänger. LaLeLu belegen, dass es nicht auf die Menge der Noten ankommt, die man singt, sondern auf jene, die wegzulassen man die Kraft hat. Das Quartett musiziert in bestrickender harmonischer Brillianz und packender rhythmischer Präzision Sätze von unerhörter Komplexität, als parlierten sie zum Nachmittagstee. Phantasievoll, ständig überraschend, wohltuend, gekonnt.

Was Sanna Nymans Sopran in der lyrischen Tiefe vielleicht an Weichheit vermissen lässt, macht sie durch ihre Kraft in allen höheren Lagen mehr als wett. Wird sie empathisch gefordert (und das wird sie ständig), entsteht beim Hören zwingend Gänsehaut. Jan Melzer (Counter-Tenor bis Bariton) „schmeißt“ mit seiner Turbulenz und stimmlichen Variabilität die halbe Veranstaltung. Tobias Hanfs Bass hätte mit Händels Xerxes-Arie auch in der Oper Beifallsstürme geerntet. Seine Stimme geht ebenso unter die Haut wie seine Kompositionen: Ausgerechnet „Alle meine Entchen“ in close harmony gesetzt ist einfach eine Schau. Und „Newcomer“ Frank Valet (erst im elften Jahr dabei) ist als Lead-Sänger absolut begnadet, stimmlich wie von seinen „moves“.

Die Ausgewogenheit dieser Truppe überzeugt. Dass sie in ihrem Metier Vollprofis sind, hört man in jeder Sekunde. Von dem Stoff gern mehr – jeder Delbrücker, der nicht dabei war, hat etwas verpasst.

Rezension: Wolfgang Benesch

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