Bei uns ist immer was los.

VHS-Vortrag

Von der Vorsorge bis zur Akutbehandlung

Der Schlaganfall aus neurologischer, gefäßchirurgischer und kardiologischer Sicht Mittwoch, 09.Mai 2018, 16:00 Uhr
Dozenten:
Zmarai Nurzai, Chefarzt Gefäßchirurgie am Dreifaltigkeits-Hospital
Dr. med. Elmar Offers, Chefarzt Kardiologie am Dreifaltigkeits-Hospital
Dr. med. Marc Schlößer, Chefarzt Kardiologie am Dreifaltigkeits-Hospital
Dr. med. Ingo Meister, Chefarzt Neurologie am Evangelischen Krankenhaus

Knapp 270.000 Schlaganfälle ereignen sich nach aktuellen Angaben der Deutschen Schlaganfallhilfe jährlich in Deutschland. Ein Schlaganfall kündigt sich nicht immer an – er tritt urplötzlich auf und wird von medizinischen Laien oftmals nicht sofort erkannt. Dabei entscheiden nach der Diagnose häufig Minuten über bleibende Schädigungen oder gar Überleben des Betroffenen.

Welche Warnsignale gibt es? Wie kann man vorbeugen? Was ist bei Verdacht auf einen akuten Schlaganfall zu tun? Wie kann man heute durch Zusammenwirken der medizinischen Fachdisziplinen bestmöflich helfen? Durch eine akute, schlagartig einsetzende Durchblutungsstörung im Gehirn kommt es zu Ausfällen im Zentralnervensystem, welche sich durch halbseitige Lähmungen, Taubheitsgefühle, Seh-, Sprach-, Schluck- oder Wahrnehmungsstörungen (z.B. vorübergehende Doppelbilder) bemerkbar machen.

In jedem Fall ist schnelles Handeln beim Schlaganfall wichtig, um bleibende Funktionsschäden zu verhindern, weiß auch Dr. Ingo Meister, Chefarzt der Neurologischen Klinik am Evangelischen Krankenhaus Lippstadt: „Der Schlaganfall ist immer ein Notfall – die zeitnahe Wiedereröffnung verschlossener Blutgefäße im Gehirn steht an allererster Stelle, um gesundheitliche Beeinträchtigungen zu minimieren bzw. bestenfalls vollständig zu vermeiden“. Im Schlaganfallzentrum mit Stroke Unit (Schlaganfall-Spezialstation) am EVK wird dazu eine Thrombektomie vorgenommen: ist ein Blutgerinnsel (Thrombus) in einem Hirngefäß als Ursache ermittelt, kann dieses in speziellen Fällen – Zeitabstand zwischen Diagnose und Eingriff weniger als vier Stunden – unter Röntgensicht mittels eines Spezialkatheters aus dem Gefäß entfernt werden. Die Blutversorgung des Gehirns wird so wieder sichergestellt.

Der Chefarzt der Abteilung für Gefäßchirurgie Zmarai Nurzai am Dreifaltigkeits-Hospital Lippstadt informiert über vorbeugende Maßnahmen, die spätestens bei Eintreten der genannten Symptome unbedingt zu treffen sind – von der Untersuchung der Halsschlagader auf Engstellen (Arteriosklerose) mittels Ultraschall bis hin zum operativen Eingriff um ebensolche zu beseitigen (sog. Ausschälung der Carotis).

Die kardiologischen Aspekte der Schlaganfallbehandlung beleuchten die Chefärzte Dr. Elmar Offers und Dr. Marc Schlößer. So wird beim Patienten per Herzecho (Ultraschall) und EKG untersucht, ob der Schlaganfall durch ein Blutgerinnsel im Herzen verursacht wurde und ob ein Vorhofflimmern vorliegt. Diese Art von Herzrhythmusstörung wird neben starkem Bluthochdruck häufig als Ursache für einen Schlaganfall festgestellt.

In Kooperation mit dem Dreifaltigkeits-Hospital Lippstadt und dem Evangelischen Krankenhaus Lippstadt

bildinternet